Kanu-Wandern

 

Osterfahrt an die Ardeche

 

Nach der erfolgreichen Fahrt in und um Venedig 2007 mit rd.100 Teilnehmern wurden an der Ardechefahrt vom 11. bis 16.04.09 von vornherein mit 150 Teilnehmern gerechnet. Am Freitag ging es gleich los mit einer Vortour auf der Beaume, die wenig aber gerade ausreichend Wasser hatte. Das sollte sich im Laufe der Woche wesentlich bessern. Hajo machte nicht nur die Vortour mit sondern wurde auch Vorschwimmer. Das würde einem richtigem Wildwasserfahrer nicht passieren, war der Kommentar von Klaus. Sollte man nicht doch regelmäßig an der Wildwasserwoche des BKV teilnehmen ? Im Laufe des Freitags trudelten noch etliche Teilnehmer ein,  aber  auf  die  150 kamen wir

 

bei weitem nicht. Gerade mal 40 wagten die weite Fahrt .Ahnten die zu Hause gebliebenen, dass das Wetter in Deutschland wesentlich besser werden würde oder hatten sie Angst vor zu wenig Wasser. Davon gab es reichlich von oben und auf den Flüssen. Klaus war natürlich enttäuscht, dass sich so wenige Wandersportler auf den Weg machten, nachdem doch alle auf der letzten Wanderwartetagung einstimmig für die Ardeche plädierten. Am Samstag begrüßte Klaus alle Teilnehmer und lud sie zu einer „Eingewöhnungfahrt“ auf die obere Ardeche ein. Aber es gab nichts zum Eingewöhnen. Es ging gleich richtig zur Sache. Alle alten Ardechefahrer hatten so einen zünftigen Wasserstand noch nicht erlebt. Dieses Mal waren sie froh, dass keiner kenterte, der wäre weit geschwommen. Wie gut, dass ich Enkelkinder hüten durfte.

 

Abends kamen noch die Ettenheimer mit Poldi vorbei, die sich leider auf einem anderen Platz Chalets gemietet hatten. Sie versprachen aber mit uns zu paddeln. Jetzt kam das große Problem: wie verstellen wir die Autos für die Schlucht, alle wollten mitfahren und keiner nur Autos verstellen. Da kam Paul auf die Idee, man könnte doch einen professionellen Kanuverleiher fragen. Also Klaus im Schlepptau mit Gerhard, der fließend Französisch spricht, zu einem Kanuverleiher. Wir wollten natürlich nicht jede Summe bezahlen. Es war wohl eine sehr schwierige Verhandlung. Klaus meinte ganz genervt, die deutsche Bürokratie wäre nichts dagegen. Erst wurde telefonisch verhandelt, dann ging unser Team persönlich zum Verleiher bis es endlich klappte und sie einen akzeptablen Preis aushandelten. Der BKV übernahm noch den Anteil der Kinder (5). Da waren alle zufrieden.

 

Die Fahrt wurde auf Mittwoch verschoben, vertrauten wir doch der Wettervorhersage, die uns für die restliche Woche nur Sonnenschein versprach. Kati, die Frau vom Gerhard, verarztete inzwischen Traudel, die eine heftige Angina hatte und Antibiotika brauchte. Ostersonntag begann mit Regen, die Fahrt wurde für alle abgeblasen(natürlich ließen sich einige Unermüdliche das Paddeln nicht verdrießen). So hatten wir und die Kinder Zeit, Ostereier zu suchen und als am späten Nachmittag endlich die Sonne schien, unsere obligatorische Osterwanderung nach La Beaume zu unternehmen. Für den nächsten Tag war die Ceze geplant. Da hieß es früh aufstehen, denn die Anfahrt ist recht weit. Der schöne Wanderbach wies etliche Tücken auf und verführte zum Schwimmen. Am nächsten Tag wurde wieder die Beaume bei herrlichem Sonnenschein mit den Geübten gepaddelt. Klaus konnte einmal ganz entspannen, ohne den Schlussmann machen zu müssen oder Kanus zu bergen. Am Mittwoch hatten wir uns die große Schlucht vorgenommen. Morgens waren wir jedoch enttäuscht, dass der Himmel bedeckt und es sehr windig war. Alle Ardechepaddler wissen, was einem dann bevorsteht. Morgens um 9 Uhr wurden wir pünktlich von dem Verleiher mit 3 Bussen mit Hängern abgeholt, unsere 34 Boote verladen.und los ging es. Es war mit dem Verleiher ausgemacht, dass er uns am Pont d’Arc auslädt. Die Enttäuschung war groß als wir 4 km vorher aussteigen sollten; hatten doch wenige Lust, noch mehr als die üblichen 24 km zu fahren. Nach zähen Verhandlungen drehten wir wieder um und der Verleiher brachte uns leider nicht zum Pont d’Arc sondern zu dem nächsten Zeltplatz dahinter. Der Parkplatz beim Pont d’Arc ist in Privatbesitz und die Verleiher dürfen dort nicht halten. Die Ardeche hatte einen sehr hohen Wasserstand und alle bekannten Stellen wie Charlemagne, Naturwehr, Hackmesser waren unter den Wassermassen vergraben. Dafür gab es viele Strudel und Kehrwässer. Immer wieder beeindruckt mich diese grandiose Flusslandschaft, die wir heute mit nur wenigen Paddlern teilen mussten. Auf den letzten Kilometern kämpften wir, unsere Kräfte hatten u.a. nach einigen unfreiwilligen Schwimmversuchen nachgelassen, gegen den aus dem Rhonetal kommenden starken Wind. Überglücklich begrüßten wir den Verleiher, der uns vor der verabredeten Zeit in Sauze abholte, sodass wir schon um 18 Uhr am Campingplatz waren.

 

Abends fing es, wie könnte es anders sein, zu regnen an. Auch die ganze Nacht goss es bis in die Morgenstunden. Die Ardeche, Beaume und Chassesac führten braunes Wasser, was wieder nur wenige verlockte, aufs Wasser zugehen. Chassesac und der Lieblingsfluss dieses Urlaubs, die Beaume wurden befahren. Einige schwangen sich lieber auf die Räder, um das Labyrinth des Chassesac zu besichtigen als sich in die braunen Fluten zu stürzen. Abends begann es von neuem zu regnen, Nils und Robin waren sehr enttäuscht, dass aus dem Lagerfeuer nichts wurde, hatten sie doch inzwischen Berge von Holz gesammelt. Am Freitag schien endlich die Sonne wieder, aber die meisten von uns zog es nach Hause.

 

Elke Popken

 

 

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