Naturschutz

 

Naturverträgliches Umtragen von Gefahrenstellen

 

Das Wasserwirtschaftsamt des Land-kreises Rottweil hat den Badischen Kanu-Verband mit Schreiben vom 11.02.04 aufgefordert, seine Mitglieder um die naturverträgliche Ausübung des Kanu-Sportes in seinem Bereich zu bitten. Seitens der für den Landkreis Rottweil zuständigen Staatliche Fischereiaufsicht wurde dem Landratsamt mitgeteilt, dass sich der Wasserkraftanlagenbetreiber auf der Gemarkung Sulz am Neckar, Ortsteil Fischingen über das rücksichtslose Verhalten von Kanufahrern im vergangenen Jahr beklagt hat.

 

Im Rahmen der Erteilung einer neuen Erlaubnis für die Anlage, wurde vom Landratsamt Pflanzmaßnahmen im Bereich der Fischaufstiegshilfe vorgeschrieben. Diese Jungpflanzungen wurden in der letzten Zeit häufig von Kanufahrern, die ihre Boote wegen des Umtragens der vorhandenen Wehranlage durch das dortige Gelände transportieren, zerstört. Eine Einzäunung ist nicht möglich, da die Maschen bei einem Hochwasser verlegen und der Zaun dann komplett weggerissen werden würde. Das Landratsamt Rottweil und der Wasserkraftanlagenbetreiber bitten daher künftig, beim Transport der Boote umsichtig vorzugehen, um Schäden im Bereich der Ufer und der Uferbepflanzungen zu vermeiden.

 

Der Präsident des Badischen Kanu-Verbandes Hans-Joachim Popken hat dem entgegnet, dass keinesfalls sichergestellt sei, ob es sich hierbei um organisierte Sportler handelt. Trotzdem ruft der Badische Kanu-Verband alle Kanu-Sportler dazu auf, sich jederzeit umsichtig und naturverträglich zu verhalten. Dies gilt sowohl auf dem Wasser, als auch am Ufer. Müssen Gefahrenstellen und Hindernisse wie Wehranlagen umtragen werden, sollen die Boote hierbei keinesfalls über den Boden gezogen werden. Durch den Abrieb entstehen nachgewiesenermaßen große Schäden an der Vegetation.

 

Besser ist es, Kajaks und Canadier mit vereinten Kräften bis zum möglichen Wiedereinstieg zu tragen. Dabei sind improvisierte oder im Fachhandel erworbene Tragegurte selbst dem guten alten Bootswagen vorzuziehen. Der Weg sollte hierbei möglichst nah am Wasser und nicht durch Unterholz, Schilfgürtel oder dichten Bewuchs gewählt werden. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann auch das Treideln mit langen Leinen eine Alternative darstellen. Im Idealfall sind Bootsgassen vorhanden, sodass die Ufer gar nicht erst betreten werden müssen.

 

Michael Walter

 

 

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