Kanu-Rennsport

 

Olympisches Programm spielt Holtz und Nuck nicht in die Karten

 

Vor einigen Wochen jubelten Stefan Holtz und Robert Nuck über ihren ersten WM-Titel im Zweiercanadier über 500 Meter. Kurz vor der WM wurde bekannt, dass die International Kanuföderation diese Disziplin vom Olympischen Programm streichen will. Irritieren ließ sich das Duo von dieser Nachricht nicht. Sie hielten dem hohen Druck, der nach dem EM-Titelgewinn auf ihnen lag, stand und wurden souverän Weltmeister. Der Gewissheit, dass es diese Disziplin im Olympischen Programm nicht mehr geben wird, folgte letzte Woche die nächste Hiobsbotschaft: Es wird auch keinen olympischen Zweiercanadier über die Sprint-

 

strecke geben. Dieser stand kurzzeitig als olympischer Ersatz im Raum, doch er wurde zugunsten der Einerentscheidung über 200 Meter abgelehnt. Ungeachtet dieses vermeintlichen Rückschlags für das diesjährige Karlsruher Erfolgsduo, reiste Holtz nach Portugal, um sich in warmen Gefilden auf die neue Saison vorzubereiten Zusammen mit seinem früheren Heimtrainer Jürgen Lickfett und zwei weiteren Nationalfahrern aus Neubrandenburg testete er für den DKV das Trainingsgelände in Lagoa im "Pestana Gramacho Golf - Resort" an der Algave. Sein Fazit ist gut: "Wir waren hier schnell auf dem Wasser, neben dem Hotel ist gleich ein Kraftraum und Laufen und Gymnastik geht eh überall!" Doch wer den Wahlkarlsruher kennt, der weiß, dass er sowieso keine großen Ansprüche hat. Dies hat sich auch nach dem Weltmeistertitel nicht geändert. "Wir konnten hier bei schönem Wetter lange Trainingseinheiten auf dem Wasser fahren. Das ist wichtig für die Ausdauer und macht natürlich viel mehr Spaß als bei kaltem Wetter zu hause!" stellte der Zweimetermann fest. Thomas Lück und Erik Rebstock, beide wurden 2009 Vize-Weltmeister im C4 über 1.000 Meter, waren dabei seine perfekten Trainingspartner. "In einer kleinen Gruppe zu trainieren ist doch sehr angenehm!" gesteht der Canadierfahrer aus dem Rheinhafen. Während er die Sonne an der Algave genoss, blieb sein Partner Robert Nuck in Deutschland. Im Herbst und Winter hat bei ihm der Berufsweg Priorität und so konnte der Polizeimeisteranwärter nicht ins warme flüchten. Über die Nachricht, dass der Sprintzweier nicht ins Olympische Programm aufgenommen wurde, waren beide natürlich nicht glücklich. Die erste Reaktion von Robert Nuck: "Es ist schade, da es unglaublich viel Spaß gemacht hat. Wir können aber auch die 1.000 Meter fahren. Das haben wir im Training schon bewiesen!" Detlef Hofmann, Cheftrainer der Rheinbrüder, sieht die Entscheidung ebenfalls gelassen: "die Jungs haben ja noch zweieinhalb Jahre Zeit bis die Olympiaqualifikation vor der Tür steht. Bis dahin kann noch viel passieren. Ob die beiden dann im Zweier über 1.000 Meter die amtierenden Weltmeister Wylenzyek / Leue (Essen / Magdeburg) herausfordern oder Stefan im Sprinteiner angreift - indem er immerhin schon 2007 den 4. Platz bei der WM belegte - steht noch in den Sternen!" Im Moment sind Spekulationen sowieso nicht angebracht. Im Frühjahr 2010 müssen sich erst einmal wieder alle Leistungsträger des Deutschen Kanuverbands für die Nationalmannschaft qualifizieren. Danach kann man sich dann in Ruhe Gedanken über die Wettkampfstrecken machen.

 

Martina Amrein

 

 

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