BKV-Verbandsfahrt auf Hochrhein und Reuß
schmalen, unübersichtlichen Steilstrecke erfolgreich für freie Kolonnenfahrt. Auf der langen Kiesbank das gewohnte Bild: ein Gewusel an Menschen, Booten, Zubehör - und Schwupp, plötzlich waren sie auf dem rasch fließenden Rhein alle weg. Die einstmals schöne Liegewiese im Strandbad von Eglisau war infolge von Bauarbeiten kaum wieder zu erkennen. Für unsere Mittagsrast wurden deshalb die aufgeschichteten Balkenstapel als willkommene Sitzgelegenheit rege genutzt. Am Kraftwerkswehr von Eglisau fiel die dort geplante gemeinsame Schleusung leider ins Wasser. Das Schleusentor ist seit März beschädigt, die Schleuse b.a.w. unbenutzbar. Die Turbinen sind außer Betrieb, alles Wasser stürzt über drei Überläufe 17 Meter ab. Paddler müssen über einen langen, schrägen Steg umtragen. Bei der Vortour im Sommer - bei Hochwasser - hatte die Fahrtenleiterin am Ende dieses Stegs erhebliche Turbulenzen beobachtet und ihre Bedenken dem Schleusenwärter vorgetragen. Jetzt erinnerte sie ihn an seine damalige Zusage, den direkt neben der Schleusenkammer liegenden Überlauf eigens für den BKV höher zu fahren. So geschah es auch. Die Boote konnten am Ende des Stegs wieder gefahrlos einsetzen. Dass Paddler sich nicht scheuen, wenn es darauf ankommt bis an die Knie in den Schlamm zu treten, haben mehrere Unentwegte beim Umtragen am Kraftwerk Rekingen bewiesen. Vielleicht hat ihnen auch die Aussicht auf die schon fast in Sichtweite winkenden Duschekabinen des Tageszieles den Entschluss leichter gemacht. Die anderen haben stattdessen auf groben Felsen balancierend ihre Boote zu Wasser gebracht. Was war besser? Schließlich haben diese wie jene die Weiterfahrt glücklich geschafft.
Am Sonntag fuhr eine stattliche, durch Neuzugänge noch verlängerte Fahrzeugkolonne über Birmenstorf, wo leere Autos abgestellt wurden, zur Einsetzstelle an der Reuß in Bremgarten. Das war ein schönes Bild – über vierzig Paddler in den bunten Booten auf der breiten Kiesbank beim Waffenplatz. Viele Menschen schauten interessiert zu, darunter auch mehrere Gruppen von Bogenschützen, die gleich nebenan für die Schweizer Meisterschaft trainierten. Die Reuß führte wenig Wasser. Kenner des Gewässers wissen, dass die Befahrung dadurch nicht einfacher, sondern eher anspruchsvoller wird. So war es auch. Doch alles ging gut, eine kleine Schwimmeinlage inklusive. Zur Mittagsrast in Mellingen setzten alle beim neu geschaffenen Minihafen am linken Ufer aus. Die Sitzgelegenheiten vor dem Altenheim waren schließlich voll belegt. Die Stimmung war gut, der Rahmen passte, das Wetter konnte nicht besser sein – was Wunder, dass sich die Pause lange dahinzog. Am Ende in Birmenstorf das große Abschiednehmen derer, die ihren Platz auf dem Campingplatz bereits geräumt hatten und deshalb nicht mehr nach Kadelburg zurückfahren mussten. Das Resümee: Eine nach Meinung des Berichtertstatters rundum gelungene Veranstaltung, begünstigt von idealem Wetter. Nach den Anforderungen am Samstag auf dem Hochrhein versöhnte am Sonntag das Schmankerl auf der Reuß. Das schöne Gefühl, mit Freunden ein paar unbeschwerte Tage erlebt zu haben, ließ manchen Teilnehmer vor Ort laut träumen: Wir treffen uns bald wieder mal auf Hochrhein und Reuß.
Frieder Kromer
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